Zeit für Läufer – wie Sie die richtige Laufuhr finden

Fitnessarmbänder, Schrittzähler, Smartwatches oder Aktivitätstracker – Angebote für das Handgelenk des Läufers gibt es viele.

Nicht jede Uhr zeigt alle Informationen an, die ein Läufer unterwegs benötigt – oder die Ihnen für die eigene Laufanalyse wichtig sind.

Jeder Läufer verfolgt eigene, individuelle Ziele, doch es gibt ein paar Basics, auf die Sie bei der Auswahl Ihrer Laufuhr achten sollten!

Die wichtigste Frage: Brauche ich überhaupt eine Laufuhr?

Wenn Sie sich diese Frage stellen, brauchen Sie auch eine. Ist das einzige, was Sie beim Laufen interessiert, die Uhrzeit, dann reicht die einfache Sportuhr. Aber wer auf ein Ziel hintrainiert, nach einer Verletzung wieder in Form kommen will oder ganz einfach den eigenen Fitnesslevel überprüfen möchte, der sollte sich die passende Laufuhr zulegen.

Eine Laufuhr kann deutlich mehr, als Kilometer anzuzeigen. Es ist mittlerweile üblich, sämtliche Trainingsdaten in Apps zu erfassen und sich mit anderen Läufern auf der ganzen Welt zu messen. Eine Laufuhr kann Sie dabei unterstützen – oder das Gegenteil bewirken: Ihre Laufdaten nur für Sie selbst anzeigen.

Es ist gut möglich, dass Sie während des Trainings nicht auf Ihre Uhr schauen, sondern lediglich die Auswertung zuhause ansehen – doch falls Sie unterwegs die eigene Pace überprüfen wollen, ist das mit einer Laufuhr kein Problem. 

Besonders schön: Wenn Sie eine Laufuhr zur Analyse und Aufzeichnung nutzen, können Sie das Handy daheim lassen und laufend abschalten, denn die meisten Laufuhren synchronisieren Daten mit verschiedenen Laufapps.

Welche Funktionen sollte ein Laufuhr unbedingt haben?

Einige interessiert nur der gelaufene Kilometer, andere möchten den Kalorienverbrauch festlegen und wieder andere Läufer wollen eine detaillierte Pace-Anzeige während des Laufs.

Wer anfangs denkt, Pulsfrequenz und Höhenmeter sind überflüssig, wird vielleicht nach einiger Zeit doch Tendenzen daran ablesen – daher ist es sinnvoll, gleich zu Beginn eine Uhr mit den wichtigsten Funktionen zu erwerben.

  • GPS:
    Mithilfe der GPS-Daten kann die Uhr Ihren Weg aufzeichnen oder zumindest bestimmen, wo Sie sich gerade befinden. Dabei ist es ratsam, eine Uhr mit Mini-Anzeige einer Roadmap zu wählen: Falls Sie in einem Urlaubsland auf fremden Pfaden laufen, können Sie sich zur Not anhand Ihrer Karte navigieren.
  • Pulsmesser:
    Wer schon einmal wegen Kreislaufproblemen einen Lauf abbrechen musste, wird auf den Pulsmesser nicht verzichten wollen. Um die Leistung zu steigern, sollte man außerhalb des eigenen Wohlfühlbereiches trainieren – das lässt sich am Puls gut ermitteln. Ein zu hoher Puls ist ein sinnvolles Warnzeichen, wann das Tempo gedrosselt werden sollte. Es gibt Laufuhren, die den Puls am Handgelenk messen, andere zeichnen mittels Brustgurt auf.
  • Trainingsdaten:
    Distanz, Geschwindigkeit, Zeit, Kalorienverbrauch, Höhenmeter – alles, woran Sie Ihre eigenen Fortschritte messen können, sollten angezeigt werden.
  • Bluetooth:
    Bluetooth-Verbindung zu Kopfhörern und Speichermöglichkeit für Musik oder Hörbücher. Das bedeutet nicht, dass Sie sich jedes Mal vor dem Laufen verkabeln müssen – aber es ist sinnvoll, wenn Sie gerne Musik oder Bücher hören, aber kein zusätzliches Gerät mitnehmen möchten.
  • Kopplung mit Handy, Apps und Endgeräten ist mittlerweile fast Standard. Wer keine solchen Programme nutzt, kann auf diese Funktion natürlich verzichten

Am Puls der Zeit: Handgelenk vs. Brustgurt

Bei einem Brustgurt gibt es keine Grauzone der Bequemlichkeit: Entweder Sie tragen ihn gern, oder Sie mögen es überhaupt nicht.

Frauen haben den Vor- bzw. den Nachteil, dass der Gurt unter dem Lauf-BH getragen werden kann. Jenes kann praktisch sein, weil kein Verrutschen befürchtet werden muss – aber auch eine zusätzliche Unbequemlichkeit bedeuten. 

Pulsmesser an der Brust messen statistisch gesehen genauer, für Läufer in Herzerkrankungen ist das oft ein Entscheidungskriterium. Wer häufig mit dem inneren Schweinhund zu kämpfen hat, sollte lieber eine Uhr mit Handgelenk-Sensor wählen – je mehr Technik Sie vor dem Lauf anlegen müssen, umso größer wird die mentale Überwindungshürde.

Ein Nachteil der Brustgurte besteht in Verbindungsfehlern zwischen Gurt und Uhr – das kann beim Laufen ärgerliche Stopps verursachen.

Intervalle, Runden, Ziele?

Viele Laufuhren bieten Zielfunktionen an: Sie können zum Beispiel einstellen, wie viele Kilometer sie laufen möchten und werden von der Uhr daran erinnert.

Oder Sie wählen ein Trainingsprogramm aus und laufen Intervalle, die Uhr macht die Anzeige der Pausenzeiten möglich.

Es gibt Trainingsprogramme zum selbst konfigurieren oder bereits voreingestellte Workouts. 
Für manche Läufer nur eine nette Spielerei, für andere ein essenzieller Teil des Trainingsplans.

Auswahlkriterien – auf diese Dinge sollten Sie achten:

  • Akkulaufzeit:
    Wie lange hält der Akku, und wie lange dauert es, ihn aufzuladen? Hat die Uhr eine Akkuanzeige oder geht sie einfach aus, wenn der Akku leer ist? Ist die Akkulaufzeit vom GPS-Signal abhängig?
  • Schrittempfindlichkeit:
    Probieren Sie aus, ob die Uhr bereits beim Händeklatschen Schritte zählt. Ist dies der Fall, ist die Uhr zu sensibel und wird Ihnen stets mehr Schritte anzeigen, als Sie eigentlich gelaufen sind.
  • Auswechselbare Armbänder:
    Wer nur auf Asphalt unterwegs ist und die Uhr pfleglich behandelt, kommt mit einem Armband lange aus. Wer aber auch durch die Natur läuft, die Uhr mal in die Sporttasche wirft oder damit ins Wasser will, sollte ein Modell mit Wechselarmbändern nehmen. Die meisten Armbänder gehen lange vor der Uhr kaputt.
  • Knöpfe oder Touchscreen?
    Wenn Sie viel laufen, ist der Touchscreen die bessere Wahl. Knöpfe sind empfindlich, mit verschwitzten Fingern schlecht zu bedienen und es sammelt sich rasch Schmutz darin. Einige Uhren haben eine Navigationsleiste unter Gummierung, diese sind besonders benutzerfreundlich.
  • Vertragen Sie das Material?
    Besonders bei neuen recycelten Materialien kann es zu allergischen Hautreaktionen kommen. Das merken Sie möglicherweise bei der Anprobe nicht, sondern erst in Verbindung mit Schweiß. 
  • Passform und Sitz:
    Die Uhr sollte nicht einengen, aber auch nicht zu locker sitzen. Eine lockere Uhr baumelt und zeichnet eventuell zu viele Schritte auf – außerdem könnten Sie sie verlieren. Die Laufuhr sollte Ihnen natürlich optisch gefallen und nicht zu schwer am Handgelenk sein – vor der Optik kommt allerdings die Anzeige: Ist sie zu klein, ist sie nutzlos. Beim Laufen möchten Sie nicht anhalten müssen, um die Zahlen auf Ihrer Uhr zu lesen.
  • Alarm und Benachrichtigungen:
    Testen Sie die Benachrichtigungsfunktion der Uhr: Vibriert sie, gibt es einen Piepton? Bedenken Sie, dass Sie ein Signal Ihrer Uhr trotz Straßenlärm und Anstrengung mitbekommen möchten.

Fazit

Die Wahl einer passenden Laufuhr ist einfach und die Vielzahl an Funktionen macht die Wahl zur echten Qual.

Überlegen Sie sich, welche dieser Funktionen Sie unbedingt nutzen möchten – So können Sie die Auswahl sehr gut eingrenzen.

Prüfen Sie abschließend die verbleibenden Modell mit unserer Auswahlkriterien.